Zeitungsartikel

(SHZ) Mit Playboy und Wilder Sau ins Schlafzimmer: Bei diesem Stück ist Heiterkeit garantiert

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Fröhliche Runde: Regina (Maren Eckholtz), Rosi (Sylvia Sauer), Onkel Ewald (Winfred Fischera), Sybille (Katrin Marsch, vorne v.l.) mit Peter (Frank Pries) und Konrad (Claus Vierth, stehend, v.l.) Foto: sab

Rendsburg - „Keine Bange, hier laufen keine nackten Leute über die Bühne.“ Mit diesen Worten hatte nbr-Leiter Klaus Woldt die Premierenbesucher von „Leev und Kamasutra“ begrüßt. Ein Raunen des Bedauerns ging durch die Reihen – und damit war bereits der Grundstein für einen vergnüglichen Abend mit der Niederdeutschen Bühne Rendsburg (nbr) gelegt. Mit der Komödie von Hans-Joachim Preil und Theresa Scholze hat Regisseur Heinz Johnsen eine gute Auswahl getroffen.

Allen voran Frank Pries in der Rolle des treuen und manchmal trotteligen Ehemannes Peter glänzte bei der Premiere. In Mimik und Körpersprache versteht er es, die Figur überzeugend darzustellen. Der Ärmste wird nämlich von Ehefrau Regina (Wieder gut davor: Maren Eckholtz) auf eine harte Probe gestellt. Sie hat mit der Freundin gewettet, dass ihr Angetrauter nach einem Jahr Ehe nicht fremdgehen wird. Die geschiedene Rosi (Frisch und frech: Sylvia Sauer) ist anderer Meinung. Sie rückt Peter auf die Bude, mit dem Argument, in der ganzen Stadt sei kein Hotelzimmer mehr zu bekommen. Und damit hat Peter keine ruhige Minute mehr.

Denn da ist auch noch Nachbar und Fotograf Konrad, der gerade im „Playboy“ Fotos veröffentlicht hat – von Sybille, die mit knallroten Stiefeletten und knallengem Kleid die Männer in Verzückung stürzt. Zu allem Überfluss taucht dann auch noch Onkel Ewald (Winfred Fischera) auf, der nicht ahnt, dass Töchterchen Sybille für die Männerzeitschrift posiert hat und großzügig die Wilde Sau ausschenkt – einen Kräuterlikör.

„Leev un Kamasutra“ ist eine Screwball-Komödie bester Art mit genau der richtigen Mischung aus Klischee, Komplikationen und komischen Dialogen. Schade nur, dass die Darsteller vor allem im ersten Teil ein bisschen leise waren.

Wer sich gewundert hat, dass nicht „Geld verdarvt den Charakter“ gezeigt wurde, wie auf den Flyern vom Landestheater angekündigt: Das Stück war geplant, erforderte aber zu viele Darsteller. Neben Zuschauernachwuchs wird nämlich Schauspielernachwuchs dringend benötigt. Alte Hasen wie Dietrich Maaß sind es, die seit Jahren dafür sorgen, dass der Betrieb weiter läuft. Am Montagabend wurde er für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt – mit Urkunde und der Goldenen Ehrennadel vom Bühnenbund Schleswig-Holstein. „Ich habe fast alles gemacht“, erinnert er sich. Nur 1. Vorsitzender sei er nie gewesen. Momentan sorgt er für die Fotos. Aber wenn er im Ruhestand ist, möchte er gerne wieder Regie führen.

(kn) Verführung auf Platt

Eine gewisse Delikatesse verspricht bereits der Titel. „Leev un Kamasutra“ heißt die Komödie, die die Niederdeutsche Bühne Rendsburg (NBR) gerade unter der Regie von Heinz Johnsen einstudiert.

dc5a 677eroatwph11eno8jn3 original gallerylarge Winfried Fischer als Onkel Ewald schwelgt in scharfer Lektüre.
(Foto: Sylvia Menzdorf)


Rendsburg.
Premiere ist am Montag, 5. November, 20 Uhr, im Rendsburger Stadttheater. Anschließend geht das Ensemble der Laiendarsteller auf Tournee durch Holstein. Letzte Aufführung ist am Sonntag, 16. November, in Nettelsee.

Das verwicklungsreiche Stück um Liebe, Treue und Freundschaft dauert rund zwei Stunden. Sechs perfekt platt schnackende Schauspieler tummeln sich abwechselnd auf der Bühne, die als Wohnzimmer hergerichtet ist.

Die  temporeiche Geschichte ist rasch erzählt. Rosi lässt sich auf eine gewagte Wette mit Regina ein. Sie soll während der Abwesenheit Reginas versuchen, deren Mustergatten Peter zu verführen, um festzustellen, ob er tatsächlich ein Ausbund an Treue ist oder eben nicht.

Nach der Premiere wird das unterhaltsame Stück noch am Freitag, 9. November, 20 Uhr, und am Sonntag, 11. November, 19 Uhr, im Stadttheater aufgeführt sowie am Donnerstag, 6. Dezember, 20 Uhr, im Conventgarten. Karten gibt es im Vorverkauf und an der Abendkasse.

(SHZ) Viele Lacher und ein paar Klippen

Niederdeutsche Bühne Rendsburg: „Mit Geföhl un Wellenslag“ von Konrad Hansen rundet die Spielzeit ab

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Die Einigkeit täuscht: Jenny (Ann-Marie Sievers), Peter (Klaus Woldt), Kalli (Dieter Sieh), Alma Köpke (Heike Rohwer) und Käppen Brass (Hans-Jürgen Klingenhoff). Foto: Sopha

Rendsburg - „De Käppen“ ist krank. Aber ohne Kapitän kann „Mit Geföhl un Wellenslag“ nicht über die Bühne gehen. Also musste die Niederdeutsche Bühne Rendsburg (nbr) innerhalb von einer Woche Ersatz für den erkrankten Gerd Stange finden. Und nicht nur das: Hans-Jürgen Klingenhoff musste auch innerhalb von nur sieben Tagen die Rolle des Käppen Brass lernen. Bei der letzten Premiere der 77. Spielzeit galt es also, einige Klippen zu umschiffen.

Ausgesucht hatte Regisseur Klaus Woldt ein Stück von Konrad Hansen. Der Name steht für Qualität. Der Autor selbst hat dazu gesagt. „De Lüüd wüllt wat to lachen hebben.“ Also hat er sich zur Abwechslung mal etwas Lustiges ausgedacht. „An dütt Stück heff ick all bi’t Schrieven mienen Spaß hat“, gesteht Hansen. Keine Frage: Auch das Publikum im gut besuchten Rendsburger Stadttheater amüsierte sich. Lacher gab es reichlich am Premierenabend.

Die Handlung legt schon den Grundstein dafür: Die Brüder Peter und Kalli Schlünsen leben in einem kleinen Dorf an der Ostseeküste. Eines Tages machen sie einen besonderen Fang: ein junges Mädchen geht ihnen ins Netz. Als Jenny wieder bei Bewusstsein ist, möchte sie alles – nur nicht wieder nach Hause.

Zwei alte Stiesel und ein junges Ding – eine wunderbare Paarung. Klaus Woldt und Dieter Sieh spielen ihre Rollen mit sichtlichem Vergnügen. Vor allem Dieter Sieh sorgt mit seinen Grimassen und lockerem Spiel für viel Heiterkeit. Dennoch: Der erste Teil zieht sich ein wenig. Als dann Jennys Mutter auftaucht, ist es allerdings mit der Ruhe vorbei. Alma Köppke (treffend dargestellt von Heike Rohwer, die in der Theatergruppe des SV Hamweddel auch Regie führt) übernimmt befehlsgewohnt das Regiment. Außer den Zuschauern hat jetzt niemand mehr was zu lachen. Alma bringt die Junggesellenbude auf Vordermann. Jens-Uwe Jahnke hat wieder für ein stimmiges Bühnenbild gesorgt – inklusive Hecht-Kopf an der Wand, den Kalli diverse Male unter dem Gelächter des Publikums liebkost.

In ein schwieriges Fahrwasser gerät das Stück mit dem Auftreten von Käppen Brass. Im ersten Teil hat Hans-Jürgen Klingenhoff seinen Part gut im Griff. Schwierig wird’s nach der Pause. Aber man kann ihm keinen Vorwurf machen. Eine Woche ist eine sehr kurze Zeit zum Erlernen einer Rolle. Und so zollten die Zuschauer ihm Applaus für seinen schnellen Hilfseinsatz – auch wenn Souffleuse Evelyn Nehlsen viel zu tun hatte und manchmal zu hören war.

Freundlicher Beifall belohnte am Ende das Team, dessen „Käppen“ sicher bei den kommenden Auftritten textsicherer wird. Und in der nächsten Spielzeit kann sich die Truppe über Zuwachs freuen: Praktikantin Jördis Lorenzen wird sie dann verstärken, verriet Klaus Woldt.

(kn) Dreiakter mit hübschem Fang

Die Niederdeutsche Bühne Rendsburg hat ein neues Stück: einen Dreiakter mit hübschem Fang.

Dreiakter mit huebschem Fang pdaArticleWide Die beiden Brüder Peter (Klaus Woldt, l.) und Kalli (Dieter Sieh) machen einen überraschenden Fang.
(Foto: Paul Wagner)


Rendsburg.
Mit dem Stück „Mit Geföhl un Wellenslag“ feiert die Niederdeutsche Bühne Rendsburg (nbr) am Montag um 20 Uhr Premiere im Rendsburger Stadttheater am Hans-Heinrich-Beisenkötter-Platz. Sie bringt die Geschichte der beiden Brüder Kalli und Peter, gespielt von Dieter Sieh und Klaus Woldt auf die Bühne.

In dem Stück fischen die beiden Seemänner die hübsche Jenny, gespielt von Ann-Marie-Sievers, aus dem Meer, die mit ihrer Luftmatratze abgetrieben war. Was die beiden Matrosen zunächst nicht ahnen: Jenny ist von zu Hause weggelaufen. Es entwickelt sich ein unterhaltsamer Dreiakter, bei dem sogar eine Hochzeit angesetzt wird.

(SHZ) Plattdeutsch-Premiere: „Goldstück“ Anna ist der Star des Abends

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Fröhliche Gesellschaft: Bernhard mit „Muschkat“ Cathrin (li.) und Boxer Robert mit Claudia (re.). Die gute Seele Anna (Maren Eckholtz) hat alle Hände voll tun, die Verwicklungen zu entwirren. Foto: Maaß

Rendsburg - „Es ist gar nicht so einfach für eine anständige Frau, ihren Mann zu betrügen“, seufzt Gattin Claudia. Natürlich „op Platt“, denn es war die Niederdeutsche Bühne Rendsburg (nbr), die ein Camoletti-Lustspiel auf die Bühne brachte (Regie: Heinz Johnsen) und von ihren Fans im gut besuchten Stadttheater am Ende bejubelt wurde.

Dass so ein Seitensprung ganz schön anstrengend ist, kann auch Dienstmädchen Anna bezeugen. Die Zuschauer der Premiere am Montagabend erlebten live mit, wie „Anna, dat Goldstück“ die Verwirrungen wieder entwirrte.

Anna war (und ist wohl auch künftig) der Star des Abends. Nicht nur, weil sie alles im Griff hat. Sondern auch, weil Maren Eckholtz dem Dienstmädchen großes Format verleiht. Die Darstellerin überragt ihre Mitspieler fast um einen Kopf; versteht es aber trefflich, eine Mixtur aus Naivität und Bauernschläue zu verkörpern und provoziert die meisten Lacher. So gab es für sie am Ende – verdientermaßen – den größten Applaus und einige Bravo-Rufe.

Was aber nicht heißen soll, dass die anderen Vier ihre Sache nicht ebenso gut machen. Anita Czarnojan glänzt als dauereinkaufende Gattin Claudia, die Boxer Robert (wunderbar dösbaddelig: Rolf Dammann) gut im Griff hat. Gatte Bernhard (Rainer Seidel) hat seine liebe Not mit Fräulein Cathrin (Sylvia Sauer) und so gibt es regen Verkehr im gutbürgerlichen Salon.

„Gott sei Dank sind die Mauern dick“, erklären die Protagonisten ein ums andere Mal, wenn die Türen klappen (Bühnenbild: Jens-Uwe Jahnke) – so wie es sich für eine gute Boulevard-Komödie gehört. Für Heiterkeit sorgen auch die herrlichen Nachthemden beziehungsweise Robert im viel zu kurzen Schlafanzug (Souffleuse und Requisite: Katrin Marsch).

Dennoch: Mit den Gags ist das so eine Sache. Da gibt es wohl etliche Lacher, aber nicht immer will der Funke so recht zünden. Dabei hat Marc Camoletti mit „Boing Boing“ einen Welterfolg geschrieben. Aber vielleicht lag es auch an der Übertragung ins Plattdeutsche?

Termine

Fr, 27 Jul 2018 , 18:00 Uhr
nbr Sommerfest
Sehestedt, Heuherberge Naeve
nur für nbr-Mitglieder
Mo, 22 Okt 2018 , 20:00 Uhr
Vörnehme Bagaasch
Rendsburg, Stadttheater
*PREMIERE*
So, 28 Okt 2018 , 19:00 Uhr
Vörnehme Bagaasch
Rendsburg, Stadttheater
Fr, 16 Nov 2018 , 20:00 Uhr
Vörnehme Bagaasch
Rendsburg, Stadttheater

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