Zeitungsartikel

(SHZ) Verführung auf der Niederdeutschen Bühne

Premiere für das Stück „Veer Froonslüüd für Karli“ / Doris Böhrnsen führt erstmals Regie

Zum Jahresauftakt wollen die Mitglieder der Niederdeutschen Bühne Rendsburg (nbr) ein Feuerwerk an Gags, Pointen und Wortwitz zünden. Am Montag, 19. Januar, 20 Uhr, hat das Stück „Veer Froonslüüd für Karli“ im Rendsburger Theater am Hans-Heinrich-Beisenkötter-Platz Premiere. Durch sprühende Situationskomik soll der Funke auf die Zuschauer überspringen und der trübe Wintermonat mit Humor aufgehellt werden.

Die turbulenten Ereignisse werden ausgelöst durch den Staubsaugervertreter Karli. Diese Rolle ist besetzt mit dem Darsteller Dieter Sieh, der schon seit Jahrzehnten zum Team der Niederdeutschen Bühne Rendsburg gehört und zahlreiche Erfolge gefeiert hat. In dem neuen Stück steht der Routinier als geborener Verführer auf der Bühne, der durch seinen Job die Möglichkeit hat, reihenweise Frauen zu betören. Die Geschichte des Schauspiels von Ubbo Gerdes kommt ins Rollen durch drei Frauen einer Wohngemeinschaft. Hanna, Lotte und Anke (alle 50 Jahre, geschieden) verfallen nacheinander dem charmanten Vertreter. Dabei hatten sich alle drei geschworen, dass ihnen nie wieder ein Mann ins Haus kommt. Sie haben sogar einen eigens komponierten Protestsong, der sie an ihre unzuverlässigen Ehemänner erinnern soll und den sie jeden Tag inbrünstig gemeinsam singen. Doch bei Karli werden sie schwach – und so wird auch ihr Gesang immer schwächer. Was die Verliebten nicht ahnen: Karli ist mit Luise verheiratet. Als die Ehefrau schließlich in der WG auftaucht, wird es den Damen doch zu bunt – und alle vier beschließen, Karli eine Lektion zu erteilen.

Mit dieser Inszenierung gibt Doris Böhrnsen ihr Debüt als Regisseurin. Die bekannte nbr-Schauspielerin hat neben Dieter Sieh weitere bewährte Ensemblemitglieder verpflichtet: Heike Rohwer, Anita Czarnojan und Sylvia Sauer. Aber auch ein neues Talent stellt sich vor: Silke Frohbös aus Nübbel spielt die „Lotte“. Unterstützt wird Doris Böhrnsen auch von dem Souffleur Eggert Delfs, für den diese Aufgabe ebenfalls eine Premiere ist. Das Bühnenbild hat, wie gewohnt, Jens-Uwe Jahnke nach den Vorstellungen der Regisseurin realisiert.

(SHZ) Vertauschte Koffer und die Folgen

Die letzte Premiere der Saison für die Niederdeutsche Bühne Rendsburg wurde mit viel Beifall aufgenommen. Aufführung fand zwei Wochen später als geplant statt. Noch zwei Vorstellungen werden im Stadttheater gegeben.

geld_vdc_2Das ganze Ensemble auf einen Blick: Toseggersch Simone Schröder-Hartwig, Uwe Grünhagen, Winfred Fischera, Heinz Johnsen (hinten von links), Eggert Delfs, Sylvia Sauer, Anita Czarnojan, Willi Grünwald und Hans-Jürgen Klingenhoff (vorne von links). Foto: Haller

Die Zuschauer mussten zwei Wochen länger auf die Aufführung warten als ursprünglich geplant und standen zum Teil wegen unzureichender Informationen durch die Niederdeutsche Bühne Rendsburg (nbr) auch vor verschlossenen Türen. Doch als die verschobene Premiere von „Geld verdarvt den Charakter“ am Montagabend über die Bühne des Stadttheaters gegangen war, schienen beide Seiten gleichermaßen zufrieden und glücklich zu sein. Die Zuschauer über einen unbeschwerten Unterhaltungsabend, an dem sie viel vergnöögt zu schmunzeln und oft laut zu lachen hatten und die Schauspieler über ein gelungenes Unterfangen ohne große Hänger und Pannen.

Halt, ein Beinah-Unglück gab es doch. Als Winfred Fischera alias Kommissar Dasenbrook einmal zu schwungvoll durch die Tür im schon vorab von Bühnenleiter Klaus Woldt hochgelobten Bühnenbild von Jens-Uwe Jahnke ging, drohten zwei elegante Vasen von einer Kommode zu Boden zu gleiten. Doch Eggert Delfs in der Rolle von Glückspilz/Pechvogel Henry Pehmöller fing die guten Stücke geistesgegenwärtig auf und bewahrte sie davor, in einem Scherbenhaufen zu enden. Oder sollte das ein inszenierter Gag von Gastregisseur Peter Schreiber von der Niederdeutschen Bühne Kiel gewesen sein?

Egal: Die Handlung ist leicht und zugleich schwer erzählt. Zu viele Einzelheiten könnten den Leser ebenso verwirren wie die Schreiberin, die Zuschauer und manchmal vielleicht sogar die Darsteller. Besagter Pehmöller vertauscht in der S-Bahn seinen eigenen mit einem fremden Aktenkoffer. Als er sich zu Hause als Millionär wiederfindet, scheint das Glück zunächst grenzenlos – immerhin will er sofort eine Reise nach Barcelona antreten –, das Unglück aber doch immer ganz nah zu sein. Um Letzteres und die Verhaftung durch den zweiten Kommissar Schlüter (Auftrittsapplaus für Heinz Johnsen) abzuwenden, werden immer mehr echte und falsche Personen mit immer neuen Namen und Verwandtschaftsgraden erfunden. Schließlich wissen die Beteiligten selbst nicht mehr so recht, wer sie wann gerade sind: Adelaide und Percy, die nach Sydney wollen, Freddy oder Jonny? Und dann werden auch noch die Koffer, der eine voll mit Geldscheinen, im anderen ein Butterbrot „Käs mit Majonäs“, nochmal hin- und zurückgetauscht. Dem Mann, der Frau im Theatersessel schwirrt der Kopf und sie fragen sich, ob sich die Fäden je entwirren.

Das tun sie natürlich, wie es sich bei einem „richtigen“ plattdeutschen Lustspiel gehört. Als es am Ende begeisterten Applaus gab, galt er offenbar dem gesamten Ensemble für seine feine erheiternde Leistung: Den schon Genannten ebenso wie Sylvia Sauer als der immer duner werdenden Anne Pehmöller, Willi Grünwald und Anita Czarnojan, die deftigen, aber treuen Freunde, Debütant Uwe Grünhagen als Taxifahrer Björn/Bernd und Hans-Jürgen Klingenhoff für den Kurzauftritt als gruselig geschminkter Gangster.

(kn) Vom Ende der Faulheit

Faulheit ist ihre Lebenseinstellung. Jeder Handgriff ist zu viel. Deshalb haben die Brüder Klaus und Piet ein Hausmädchen eingestellt, das ihnen auch noch das letzte bisschen Arbeit abnehmen soll. Dass das aber nach hinten losgehen kann, zeigt das neue Stück der Niederdeutschen Bühne Rendsburg (NBR).

Vom Ende der Faulheit pdaArticleWide Während die Schauspieler auf der Bühne sind, hilft Souffleuse Katrin Marsch bei Textunsicherheiten.
(Foto: Malte Kühl)


Rendsburg/Osterrönfeld.
Am Montag, 11. November, um 20 Uhr, feiert das Lustspiel Wieverregiment von Anton Hamik im Rendsburger Stadttheater am Hans-Heinrich-Beisenkötter-Platz Premiere.

Das Arbeitsverhältnis von Antje Rotermund sei nach vierzehn Tagen wegen konträrer Ansichten beendet worden, liest Klaus Woldt im Stück als Bauer Klaus Schnack im Arbeitszeugnis der Frau. Was das zu bedeuten hat, wisse er nicht. Er stellt Antje, gespielt von Heike Rohwer, trotzdem ein. Auf dem Hof der Gebrüder Schnack soll das neue Hausmädchen für Wirbel sorgen. Neben ihrer Rolle ist Heike Rohwer auch Regieassistenz von Klaus Woldt.

„Wir machen alles in Eigenregie“, sagt Woldt, der Bühnenleiter ist. Das heißt nicht nur die Inszenierung des Stückes sondern auch Aufbau, Transport und Technik.

In diesem Jahr ist die NBR in ihren neuen Probenraum in Osterrönfeld eingezogen. Sie habe eine halbe Halle angemietet, sagt Woldt. Darin befinden sich nicht nur die Probenbühne sondern auch Garderobe, Fundus und eine Werkstatt.

Seit September übt die Theatertruppe das Lustspiel über die Gebrüder Schnack, die sich mit dem Arbeiten nicht so recht anfreunden können. „Am Anfang haben wir zweimal die Woche geprobt, jetzt sogar dreimal“, erzählt Klaus Woldt. Je näher die Uraufführung rückt, desto mehr Zeit müssen die Mitglieder investieren. Der Westerrönfelder sieht das als Grund, warum viele vor einem Einsatz bei der Niederdeutschen Bühne zurückschrecken.

„Wir können trotzdem im Verein auf etwa 30 bis 35 Spieler zurückgreifen“, sagt Woldt. Zu der Truppe vom Wieverregiment gehören neben den sieben Schauspielern auch Techniker, Beleuchter, Requisite und Souffleuse, die im Verborgenen wirken. „Das sei vielen zu viel Zeit“, sagt Woldt.

 

(SHZ) Opa Meiners entdeckt das Hören neu

Niederdeutsche Bühne Rendsburg (nbr) erntet viel Beifall für die Premiere von Karl Bunjes „Dat Hörrohr“ / Zwei erfolgreiche Debüts

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Gut aufgelegt: Das Ensemble hat sich um Klaus Woldt alias Opa Meiners im Sessel versammelt. Foto: Haller

Rendsburg - Die Fernseh-Übertragungen aus dem Hamburger Ohnsorg-Theater waren einmal Straßenfeger. Daran dürften sich während der Premiere der letzten Inszenierung in der 78. Spielzeit der Niederdeutschen Bühne Rendsburg (nbr) nicht wenige der etwas älteren Semester unter den Zuschauern erinnert haben. Schließlich spielt in dem Traditionsstück „Dat Hörrohr“ von Karl Bunje ein Satz als roter Faden eine Hauptrolle, der in den sechziger Jahren nach einem TV-Abend zum geflügelten Wort wurde.

„As du meenst, Bertha“: Das sagt treu ergeben ein ums andere Mal der von seiner resoluten Frau geschurigelte Jochen (Hans-Jochen Klingenhoff). Bis im letzten Satz eine zerknirschte Bertha „As du meenst, Jochen“ über die Lippen bringt, vergehen zwei sich nur gegen Ende etwas ins Längliche ziehende vergnügliche Stunden. Die muntere Aufführung wurde vom Publikum mit rhythmischem Klatschen, „Bravo“-Rufen und Pfiffen der Begeisterung quittiert.

Doch von Anfang an: Seit Klaus Woldt 2010 die Leitung der Bühne übernommen hat, begrüßt er die Zuschauer mit besonderer persönlicher Note. Er erinnerte daran, dass er vor Jahresfrist Hjördis Lorenzen als eine Art Praktikantin vorgestellt hatte. „Hüüt speelt se mit“ kündigte er das Debüt der 16-Jährigen an. Sie meisterte ihre erste nbr-Rolle als Enkelin Elke ebenso mit Bravour wie Lars Böhrnsen. Als zupackender Knecht Bernd sprengte er mit seinen 2,04 Metern Länge fast die Tür des reizvollen Bühnenbildes von Jens-Uwe Jahnke.

Die Regie teilt sich der Bühnenleiter mit Heike Rohwer – genauso die Hauptrollen. Bertha, ein „Satan“, wie er im Buche steht, regiert Haus und Hof wie ihren Ehemann und möchte das Anwesen nur zu gerne an sich bringen. Dabei soll ihr mit einer nur unzureichenden Hörhilfe ausgerüsteter schwerhöriger Schwiegervater (köstlich als Opa Meiners: Klaus Woldt) am Ende im Altenheim landen. Doch sie hat die Rechnung zwar mit dem windigen Kneipier Hogeback (Willi Grönwald), aber ohne den pfiffigen Alten gemacht. Mit Hilfe des Knechts und eines „elektrisierten“ Hörrohrs dringen erstmals nach langer Zeit das Schlagen der Uhr, das Schnattern der Enten – und die Schimpfworte der Schwiegertochter an sein Ohr. Mit List und Verstellung gelingt es Opa, die Verhältnisse wieder zurechtzurücken und Bertha zur Räson zu bringen.

Das gut aufgelegte Ensemble wird vervollständigt von Hans-Otto Schäpe (herrlich vertrottelt: Briefträger Quadfasel), Doris Böhrnsen ( seine spitznasig neugierige Frau Lieschen) und Katrin Marsch als überaus korrekte Notarin.

(kn) Dat Hörrohr deckt die Intrige auf

Ganze zehn Tage bleiben dem Ensemble der Niederdeutschen Bühne Rendsburg (nbr) noch bis zur Premiere. Der Termin steht unverrückbar fest: Montag, 18. Februar, 20 Uhr, Stadttheater Rendsburg. „Bis dahin muss alles klappen“, sagt Klaus Woldt, der gemeinsam mit Heike Rohwer die Regie für das Stück hat, das dann aufgeführt werden soll: Dat Hörrohr,  die unverwüstliche Komödie von Karl Bunje, die auch das unvergessene Hamburger Ohnsorg-Theater schon mit großem Erfolg aufgeführt hat.

Dat Hoerrohr deckt die Intrige auf pdaArticleWide Lieschen, gespielt von Doris Böhrnsen, (rechts) hat mit ihrer Freundin Bertha, dargestellt von Heike Rohwer, ein ausgewachsenes Hühnchen zu rupfen.
(Foto: Sylvia Menzdorf)


Rendsburg.
Die Geschichte spielt im Bauern-Milieu und ist rasch erzählt. Opa Meiners hört nicht gut und scheint vieles, was auf seinem Hof vorgeht, nicht recht mitzukriegen. Seine Schwiegertochter Bertha hat sehr spezielle Ideen, was den Hof angeht.  Sie will Opa Meiners übers Ohr hauen und selbst das Regiment übernehmen. Doch die intrigante Bertha hat am Ende den Schaden,  als Opa Meiners dank eines neuen Hörrohrs eben doch die entscheidenden Dinge mitbekommt und Bertha einen Strich durch ihre Rechnung macht.

Die tragenden Rollen, Opa Meiners und Bertha, spielen Klaus Woldt und Heike Rohwer. Gleichzeitig führen sie gemeinsam die Regie. „Ganz schön anstrengend“, kommentiert Klaus Woldt, dem die Opa-Meiners-Rolle wie auf den Leib geschneidert zu sein scheint, so überzeugend spielt er den gnaddeligen Hofeigentümer.  Es habe allerhand Komplikationen gegeben seit Beginn der Proben zu dem Stück, lässt Woldt, da wieder ganz und gar Regisseur, wissen. 

Es habe kurzfristige Umbesetzungen in dem Ensemble gegeben.  „Unvorhergesehen, durch Krankheitsfälle und andere Umstände“, sagt er. „Das war dann wie von vorne anfangen.“  Weil die Zeit bis zur Premiere knapp werde, übten die ambitionierten Laiendarsteller nun Abend für Abend  statt wie ursprünglich geplant, dreimal wöchentlich, auf ihrer Probenbühne im Speicher nahe dem neuen Rathaus.

Noch hat de Toseggersch, wie die Souffleuse auf plattdüütsch heißt, jede Menge zu tun. Unermüdlich und mit grenzenloser Geduld hilft Evelyn  Nehlsen den Darstellern über Hänger, korrigiert, wo es mit dem Plattdeutschen hapert, gibt den Einsatz für die Textbeiträge.

Alle Schauspieler sind mit großer Leidenschaft dabei, das ist schon auf den Proben zu spüren. Auch zwei Neuzugänge stehen schon auf der Bühne. Die 15-Jährige Hjördis Lorenzen gibt ihr Debüt. Sie spielt die Enkelin von Opa Meiners ein wenig scheu. Anders kommt Lars Böhrnsen daher, ebenfalls neu bei der nbr.  Eine gewisse Präsenz bringt er schon aufgrund seiner hünenhaften Erscheinung mit, die er durch sein Spiel auf der Bühne als treuer Knecht von Opa Meiners dann noch kräftig untermauert.

Termine

Mo, 22 Okt 2018 , 20:00 Uhr
Vörnehme Bagaasch
Rendsburg, Stadttheater
*PREMIERE*
So, 28 Okt 2018 , 19:00 Uhr
Vörnehme Bagaasch
Rendsburg, Stadttheater
Do, 1 Nov 2018 , 19:30 Uhr
Vörnehme Bagaasch
Rickert, Ortsbegegnungsstätte
Fr, 2 Nov 2018 , 19:30 Uhr
Vörnehme Bagaasch
Schleswig, Hotel Hohenzollern
Sa, 3 Nov 2018 , 19:30 Uhr
Vörnehme Bagaasch
Osterrönfeld, Alter Bahnhof

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