Zeitungsartikel

(SHZ) Sex auf dem Kutter: nbr-Premiere mit Pfiff

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Das Team des Stücks auf dem Kutter „Seute Deern“. Foto: Sopha

Rendsburg - Da gehört Mut zu: In langer weißer Unterhose präsentierte sich Eggert Delfs am Montagabend dem niederdeutschenPremierenpublikum. Klar – damit sorgte er für große Heiterkeit. Eggert Delfs spielt den Fischer Knut, der mit seinem Kutter im Hafen von Südsiel liegt und Geldsorgen hat. Denn gefischt hat er schon lange nicht mehr. Eine Sexhotline für einsame Seeleute soll Abhilfe schaffen: „Kutter Nummer“ heißt das neue Stück der Niederdeutschen Bühne Rendsburg (nbr).

Dass bei diesem Thema für reichlich Verwicklungen und Lacher gesorgt ist, bedarf eigentlich keiner Erwähnung. Das nbr-Team spielte besonders im zweiten Teil locker und souverän, nachdem anfangs manche Szene noch ein bisschen hölzern wirkte und die Schauspieler wie aufgestellt – was aber auch daran liegt, dass die Protagonisten quasi wartend auf der Bühne stehen, während über sie geredet wird.

Allen voran Anita Czarnojan war eine Frau mit Klasse und überzeugend in der Rolle von Knuts Mutter Erika. Doch auch Angelika Prokasi als Dame vom Arbeitsamt hatte (laut-)starke Auftritte. Eine Frau mit Pfiff war dagegen Rosi (Diana Petersen in knappen Pants und hohen Stiefeln), die den Telefondienst übernehmen sollte. Sie schnackte ebenso locker Platt wie Christiane Buhl als Gabi. Beide senkten den Altersschnitt auf der Bühne erfreulich – und gefielen den männliche Zuschauern ganz offensichtlich. Vielleicht waren die jungen Deerns auch verantwortlich dafür, dass viele junge Leute im Publikum saßen, das zahlreicher als üblich erschienen war. 2012 verzeichnete die nbr in Stadt und Land rund 8000 Zuschauer, hatte Bühnenleiter Klaus Woldt noch zur Begrüßung erklärt.

Das Lustspiel „Kutter Nummer“ gehört zu den modernen unter den niederdeutschen Stücken. Es stammt aus der Feder von Stephan Greve, einem Autor, Schauspieler und Regisseur in Fargau-Pratjau (Kreis Plön), und wurde 2008 in Eckernförde uraufgeführt. Bei der nbr hatte Hartmut Lorenzen die Regie übernommen und ist außerdem in die Rolle von Gabis Vater Horst geschlüpft. Hans-Jürgen Klingenhoff – Knuts Freund – fand am Ende genauso seine Liebste wie Hafenkapitän Walter (Volker Janssen). Und weil sich das Publikum prächtig amüsierte hatte, gab es am Ende sogar einige Bravo-Rufe.

Spontanen Applaus erhielt auch wieder das pfiffige Bühnenbild von Jens-Uwe Jahnke. Drei Räume (Pier, Schiff, Hafenbüro) auf der Bühne unterzubringen, war kein leichtes Unterfangen. Aber es ist ihm ganz ausgezeichnet gelungen.

(SHZ) Mit Playboy und Wilder Sau ins Schlafzimmer: Bei diesem Stück ist Heiterkeit garantiert

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Fröhliche Runde: Regina (Maren Eckholtz), Rosi (Sylvia Sauer), Onkel Ewald (Winfred Fischera), Sybille (Katrin Marsch, vorne v.l.) mit Peter (Frank Pries) und Konrad (Claus Vierth, stehend, v.l.) Foto: sab

Rendsburg - „Keine Bange, hier laufen keine nackten Leute über die Bühne.“ Mit diesen Worten hatte nbr-Leiter Klaus Woldt die Premierenbesucher von „Leev und Kamasutra“ begrüßt. Ein Raunen des Bedauerns ging durch die Reihen – und damit war bereits der Grundstein für einen vergnüglichen Abend mit der Niederdeutschen Bühne Rendsburg (nbr) gelegt. Mit der Komödie von Hans-Joachim Preil und Theresa Scholze hat Regisseur Heinz Johnsen eine gute Auswahl getroffen.

Allen voran Frank Pries in der Rolle des treuen und manchmal trotteligen Ehemannes Peter glänzte bei der Premiere. In Mimik und Körpersprache versteht er es, die Figur überzeugend darzustellen. Der Ärmste wird nämlich von Ehefrau Regina (Wieder gut davor: Maren Eckholtz) auf eine harte Probe gestellt. Sie hat mit der Freundin gewettet, dass ihr Angetrauter nach einem Jahr Ehe nicht fremdgehen wird. Die geschiedene Rosi (Frisch und frech: Sylvia Sauer) ist anderer Meinung. Sie rückt Peter auf die Bude, mit dem Argument, in der ganzen Stadt sei kein Hotelzimmer mehr zu bekommen. Und damit hat Peter keine ruhige Minute mehr.

Denn da ist auch noch Nachbar und Fotograf Konrad, der gerade im „Playboy“ Fotos veröffentlicht hat – von Sybille, die mit knallroten Stiefeletten und knallengem Kleid die Männer in Verzückung stürzt. Zu allem Überfluss taucht dann auch noch Onkel Ewald (Winfred Fischera) auf, der nicht ahnt, dass Töchterchen Sybille für die Männerzeitschrift posiert hat und großzügig die Wilde Sau ausschenkt – einen Kräuterlikör.

„Leev un Kamasutra“ ist eine Screwball-Komödie bester Art mit genau der richtigen Mischung aus Klischee, Komplikationen und komischen Dialogen. Schade nur, dass die Darsteller vor allem im ersten Teil ein bisschen leise waren.

Wer sich gewundert hat, dass nicht „Geld verdarvt den Charakter“ gezeigt wurde, wie auf den Flyern vom Landestheater angekündigt: Das Stück war geplant, erforderte aber zu viele Darsteller. Neben Zuschauernachwuchs wird nämlich Schauspielernachwuchs dringend benötigt. Alte Hasen wie Dietrich Maaß sind es, die seit Jahren dafür sorgen, dass der Betrieb weiter läuft. Am Montagabend wurde er für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt – mit Urkunde und der Goldenen Ehrennadel vom Bühnenbund Schleswig-Holstein. „Ich habe fast alles gemacht“, erinnert er sich. Nur 1. Vorsitzender sei er nie gewesen. Momentan sorgt er für die Fotos. Aber wenn er im Ruhestand ist, möchte er gerne wieder Regie führen.

(kn) Verführung auf Platt

Eine gewisse Delikatesse verspricht bereits der Titel. „Leev un Kamasutra“ heißt die Komödie, die die Niederdeutsche Bühne Rendsburg (NBR) gerade unter der Regie von Heinz Johnsen einstudiert.

dc5a 677eroatwph11eno8jn3 original gallerylarge Winfried Fischer als Onkel Ewald schwelgt in scharfer Lektüre.
(Foto: Sylvia Menzdorf)


Rendsburg.
Premiere ist am Montag, 5. November, 20 Uhr, im Rendsburger Stadttheater. Anschließend geht das Ensemble der Laiendarsteller auf Tournee durch Holstein. Letzte Aufführung ist am Sonntag, 16. November, in Nettelsee.

Das verwicklungsreiche Stück um Liebe, Treue und Freundschaft dauert rund zwei Stunden. Sechs perfekt platt schnackende Schauspieler tummeln sich abwechselnd auf der Bühne, die als Wohnzimmer hergerichtet ist.

Die  temporeiche Geschichte ist rasch erzählt. Rosi lässt sich auf eine gewagte Wette mit Regina ein. Sie soll während der Abwesenheit Reginas versuchen, deren Mustergatten Peter zu verführen, um festzustellen, ob er tatsächlich ein Ausbund an Treue ist oder eben nicht.

Nach der Premiere wird das unterhaltsame Stück noch am Freitag, 9. November, 20 Uhr, und am Sonntag, 11. November, 19 Uhr, im Stadttheater aufgeführt sowie am Donnerstag, 6. Dezember, 20 Uhr, im Conventgarten. Karten gibt es im Vorverkauf und an der Abendkasse.

(SHZ) Viele Lacher und ein paar Klippen

Niederdeutsche Bühne Rendsburg: „Mit Geföhl un Wellenslag“ von Konrad Hansen rundet die Spielzeit ab

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Die Einigkeit täuscht: Jenny (Ann-Marie Sievers), Peter (Klaus Woldt), Kalli (Dieter Sieh), Alma Köpke (Heike Rohwer) und Käppen Brass (Hans-Jürgen Klingenhoff). Foto: Sopha

Rendsburg - „De Käppen“ ist krank. Aber ohne Kapitän kann „Mit Geföhl un Wellenslag“ nicht über die Bühne gehen. Also musste die Niederdeutsche Bühne Rendsburg (nbr) innerhalb von einer Woche Ersatz für den erkrankten Gerd Stange finden. Und nicht nur das: Hans-Jürgen Klingenhoff musste auch innerhalb von nur sieben Tagen die Rolle des Käppen Brass lernen. Bei der letzten Premiere der 77. Spielzeit galt es also, einige Klippen zu umschiffen.

Ausgesucht hatte Regisseur Klaus Woldt ein Stück von Konrad Hansen. Der Name steht für Qualität. Der Autor selbst hat dazu gesagt. „De Lüüd wüllt wat to lachen hebben.“ Also hat er sich zur Abwechslung mal etwas Lustiges ausgedacht. „An dütt Stück heff ick all bi’t Schrieven mienen Spaß hat“, gesteht Hansen. Keine Frage: Auch das Publikum im gut besuchten Rendsburger Stadttheater amüsierte sich. Lacher gab es reichlich am Premierenabend.

Die Handlung legt schon den Grundstein dafür: Die Brüder Peter und Kalli Schlünsen leben in einem kleinen Dorf an der Ostseeküste. Eines Tages machen sie einen besonderen Fang: ein junges Mädchen geht ihnen ins Netz. Als Jenny wieder bei Bewusstsein ist, möchte sie alles – nur nicht wieder nach Hause.

Zwei alte Stiesel und ein junges Ding – eine wunderbare Paarung. Klaus Woldt und Dieter Sieh spielen ihre Rollen mit sichtlichem Vergnügen. Vor allem Dieter Sieh sorgt mit seinen Grimassen und lockerem Spiel für viel Heiterkeit. Dennoch: Der erste Teil zieht sich ein wenig. Als dann Jennys Mutter auftaucht, ist es allerdings mit der Ruhe vorbei. Alma Köppke (treffend dargestellt von Heike Rohwer, die in der Theatergruppe des SV Hamweddel auch Regie führt) übernimmt befehlsgewohnt das Regiment. Außer den Zuschauern hat jetzt niemand mehr was zu lachen. Alma bringt die Junggesellenbude auf Vordermann. Jens-Uwe Jahnke hat wieder für ein stimmiges Bühnenbild gesorgt – inklusive Hecht-Kopf an der Wand, den Kalli diverse Male unter dem Gelächter des Publikums liebkost.

In ein schwieriges Fahrwasser gerät das Stück mit dem Auftreten von Käppen Brass. Im ersten Teil hat Hans-Jürgen Klingenhoff seinen Part gut im Griff. Schwierig wird’s nach der Pause. Aber man kann ihm keinen Vorwurf machen. Eine Woche ist eine sehr kurze Zeit zum Erlernen einer Rolle. Und so zollten die Zuschauer ihm Applaus für seinen schnellen Hilfseinsatz – auch wenn Souffleuse Evelyn Nehlsen viel zu tun hatte und manchmal zu hören war.

Freundlicher Beifall belohnte am Ende das Team, dessen „Käppen“ sicher bei den kommenden Auftritten textsicherer wird. Und in der nächsten Spielzeit kann sich die Truppe über Zuwachs freuen: Praktikantin Jördis Lorenzen wird sie dann verstärken, verriet Klaus Woldt.

(kn) Dreiakter mit hübschem Fang

Die Niederdeutsche Bühne Rendsburg hat ein neues Stück: einen Dreiakter mit hübschem Fang.

Dreiakter mit huebschem Fang pdaArticleWide Die beiden Brüder Peter (Klaus Woldt, l.) und Kalli (Dieter Sieh) machen einen überraschenden Fang.
(Foto: Paul Wagner)


Rendsburg.
Mit dem Stück „Mit Geföhl un Wellenslag“ feiert die Niederdeutsche Bühne Rendsburg (nbr) am Montag um 20 Uhr Premiere im Rendsburger Stadttheater am Hans-Heinrich-Beisenkötter-Platz. Sie bringt die Geschichte der beiden Brüder Kalli und Peter, gespielt von Dieter Sieh und Klaus Woldt auf die Bühne.

In dem Stück fischen die beiden Seemänner die hübsche Jenny, gespielt von Ann-Marie-Sievers, aus dem Meer, die mit ihrer Luftmatratze abgetrieben war. Was die beiden Matrosen zunächst nicht ahnen: Jenny ist von zu Hause weggelaufen. Es entwickelt sich ein unterhaltsamer Dreiakter, bei dem sogar eine Hochzeit angesetzt wird.

Termine

Mo, 22 Okt 2018 , 20:00 Uhr
Vörnehme Bagaasch
Rendsburg, Stadttheater
*PREMIERE*
So, 28 Okt 2018 , 19:00 Uhr
Vörnehme Bagaasch
Rendsburg, Stadttheater
Do, 1 Nov 2018 , 19:30 Uhr
Vörnehme Bagaasch
Rickert, Ortsbegegnungsstätte
Fr, 2 Nov 2018 , 19:30 Uhr
Vörnehme Bagaasch
Schleswig, Hotel Hohenzollern
Sa, 3 Nov 2018 , 19:30 Uhr
Vörnehme Bagaasch
Osterrönfeld, Alter Bahnhof

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